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Erstellt am: 12.09.2000 Stand: 13.12.2004 |
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Kite Aerial Photography heißt zu deutsch: Drachen Luftbild Fotografie, also Fotografieren aus der Luft mit Hilfe von Drachen.
Man könnte auch sagen: "KAP ist Luftbildfotografie für den kleinen Mann". Im Unterschied zu Luftbildaufnahmen aus dem Flugzeug ist natürlich die Flughöhe der Kamera wesentlich geringer. In Deutschland darf die Leine eines Drachen maximal 100 Meter lang sein. Dadurch ergeben sich Kamerahöhen von maximal 60 - 70 Metern. Manchmal kann man aber bereits mit einer Höhe von wenigen Metern Aufnahmen erstellen, die man sonst aus dieser Perspektive nie zu sehen bekäme.
Bei der Ausrüstung, die man sich selber bauen muß, gibt es natürlich viele verschiedene Möglichkeiten. Es fängt an mit der Wahl der Kamera, der Möglichkeit die Kamera in der Luft zu drehen und zu neigen, den verschiedenen Drachen usw.
Kamera:
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Bei der Wahl der Kamera hat
man natürlich viele Möglichkeiten. Im Grunde genommen
ist es möglich, fast jeden Fotoapperat für KAP zu
benutzen. Besonders geeignet sind jedoch Apparate mit
motorischem Filmtransport und automatischer Belichtungs-
und Scharfeinstellung, da man dann nicht nach jeder
Aufnahme den Drachen herunterholen muß um die Kamera neu
zu spannen, bzw. einzustellen. In meinem ersten KAP-Rig
verwendete ich mit sehr gutem Erfolg eine etwas ältere
Olympus AF-1. Es gibt KAPer die verwenden eine ganz einfache, billige Pocketkamera. Die meisten benutzen jedoch eine automatische Kleinbildkamera. Einige nehmen eine Spiegelreflex mit verschiedenen Wechselobjektiven und manche KAPer verwenden sogar eine Großformatkamera mit deren Negativen man Bilder im Posterformat erstellen kann. Das Objektiv der Kamera sollte jedoch immer ein Weitwinkel sein, da die Gefahr der Unschärfe und der Verwackelung hierbei am geringsten sind. Außerdem sieht man ja vom Boden aus nicht, wohin die Kamera gerade schaut. Somit ist es mit einem Weitwinkel am sichersten, daß das gewünschte Motiv auch fotografiert wird (klappt nicht immer). Natürlich werden auch beim KAPing seit neuerer Zeit Digitalkameras verwendet. Da beim KAPing einiges an Ausschuß anfällt, eignen sich diese Kameras ausgezeichnet. In meinem zweiten Rig verwende ich die SONY Cybershot DSC-F505. |
| Eine typische, vollautomatische Kamera für KAP: Olympus AF-1 Kamera: SONY DSC-F505 Cyber-shot, 1600 x 1200 fine |
KAP-Rig:
Das Rig besteht also aus folgenden Komponenten:
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| Seitliches Servo zum
Neigen der Kamera |
Mit diesem Servo wird
die Kamera ausgelöst |
| Kamera: SONY DSC-F505 Cyber-shot, 1600 x 1200 fine | |
Aufhängung:
Die Kamera, oder besser gesagt das KAP-Rig, muß an der Drachenleine befestigt werden. Dabei sind natürlich auch einige Dinge zu beachten. Die Kamera muß immer möglichst waagerecht hängen, damit der Horizont bei den Aufnahmen nicht schief ist. Die Kamera soll möglichst wenig schaukeln, damit die Aufnahmen nicht verwackeln. Wenn wir als Kinder Drachen steigen ließen, so haben wir oftmals das Ohr an die Drachenleine gahalten und gehört wie der Wind in der Leine singt. Dies sind Vibrationen der Leine, die natürlich auch zu einer Unschärfe der Aufnahmen führen können. Diese Überlegungen haben zu einer Aufhängung geführt, die mittlerweile von den meisten KAPern verwendet wird, dem sogenannten Picavet.
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| Seilrollen an den
Eckpunkten des Aluminiumkreuzes |
Doppelrolle und
Karabiner zum Einhängen in die Drachenleine |
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| Kamera: SONY DSC-F505 Cyber-shot, 1600 x 1200 fine | ||
Das KAP-Rig wird dabei am Drehpunkt an einem Kreuz aus Aluminiumrohr oder ähnlichem Material befestigt. An den vier Eckpunkten dieses Kreuzes befinden sich nach allen Seiten frei bewegliche, kleine, leichtgängige Seilrollen. An der Drachenleine werden im Abstand von ca. 1 - 2 Metern voneinander, ebenfalls kleine Doppelseilrollen befestigt. Nach einem bestimmten Schema wird nun das KAP-Rig mit einer Schnur über die Seilrollen an die Drachenleine gehängt. Durch diese Aufhängung ist weitestgehendst gewährleistet, das die Kamera, auch wenn die Drachenleine verschiedene Winkel annimmt, immer waagerecht hängt. Die gesamte Konstruktion rollt ständig hin und her und gleicht somit Bewegungen des Drachen weitestgehenst aus. Dadurch, das die Aufhängung über eine Schnur, und nicht etwa über ein Rohr erfolgt, werden Schwingungen der Drachenleine gedämpft.
Drachen:
Bei der Auswahl der Drachen für KAP gibt es natürlich wieder verschiedene Möglichkeiten. Jeder KAPer muß für sich seine Lieblingsmodelle selber herausfinden. Der Drachen muß natürlich zunächst mal in der Lage sein soviel Zugkraft zu entwickeln um das Rig mit der Kamera auch tragen zu können. Manche Drachen fliegen in größeren Höhen sehr ruhig und sicher, neigen aber beim Start und in niedrigeren Höhen zum Ausbrechen. Beim Transport der KAP - Ausrüstung kommt schon so einiges zusammen. Der Drachen sollte sich also gut transportieren lassen und ein möglichst kleines Packmaß besitzen. Da nicht immer der gleiche Wind herrscht, kann man auch mehrere, unterschiedlich große Drachen verwenden, die bei verschiedenen Windstärken zum Einsatz kommen. Ein Drachen für KAP sollte also folgende Mindestanforderungen erfüllen.
Wie geht KAP, wie läuft eine Session ab?
Zunächst sollte natürlich das Wetter mitspielen. Ideal ist ein sonniger, blauer Himmel mit kleinen weißen Wölkchen. Bei gutem, hellem Licht stellt die Belichtungsautomatik der Kamera eine kurze Verschlußzeit ein, so daß die Aufnahmen weniger verwackeln als bei weniger Licht. Außerdem sehen meiner Meinung nach die Bilder einfach besser aus, wenn die Sonne scheint. Der Wind sollte nicht böig sein, sondern gleichmäßig stark und für den gewählten Drachen ausreichend wehen. Ich bevorzuge Windgeschwindigkeiten zwischen 4 und 6 m/s.
Links zu anderen KAPern und mehr findet Ihr in meinem Surfers Guide.
Für Fragen Anregungen oder Erfahrungsaustausch stehe ich gerne zur Verfügung.
Über einen Eintrag in meinem Gästebuch würde ich mich sehr freuen.
Manfred
http://KAP-Man.de
Manfred