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Erstellt am: 03.10.2001 Stand: 13.12.2004 |
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Benutzt man eine Digitalkamera für´s KAPen, so hat dies den
großen Vorteil, dass ein Foto nichts mehr kostet und der
entstehende Ausschuß einfach gelöscht werden kann. Meine SONY-F505 wird mit einem Lithium Ionen
Akku betrieben. Leider ist dieser Akku ziemlich knapp bemessen,
sehr teuer und nach ca. 1 h Dauereinsatz in der Luft leer.
Ausserdem hat auch so ein Akku keine unendliche Lebenserwartung
und ich glaube im Dauereinsatz beim KAPen, besonders wenn ich als
Auslösekontrolle den Blitz ständig eingeschaltet habe, wird der
Akku stark strapaziert und die Lebenserwartung sikt drastisch.
Einer meiner älteren Akkus verhält sich folgendermassen: Setze
ich den frisch geladenen Akku in die Kamera ein, so wird mir eine
Laufzeit von z.B. 70 Min. angezeigt. Langsam geht die Anzeige zurück.
Bei ca. 40 Min. angekommen wechselt sie jedoch sprunghaft von 40
auf Null, nach Zwei - Drei weiteren Minuten schaltet die Kamera
ab.
Ich habe also nach einem Ersatz für den Originalakku ausschau
gehalten um diesen beim KAPen zu schonen. Meine erste Idee, eine
Stromversorgung über normale NC-Akkus oder Akkus von anderen
Herstellern, hat SONY jedoch mit der Stamina-Technologie
verhindert. Hierbei tauschen Akku und Kamera oder Akku und
Ladegerät laufend Daten über den Ladezustand aus. Erkennt die
Kamera nicht den Originalakku so schaltet sie nach wenigen
Sekunden mit der Meldung "for InfoLITHIUM BATTERY ONLY"
wieder ab.
Also musste die Kamera und die Elektronik überlistet werden.
Garnicht so einfach. Zunächst habe ich einige Versuche gemacht
um hinter die Zusammenhänge der Kamerastromversorgung zu kommen
(Siehe weiter unten). Doch zunächst meine Lösung des Problems.
Zusammenfassung aus den weiter unten beschriebenen Versuchen:
Überlegungen:
Der Sony Akku NP-FS11 enthält zwei Lithium Ionen Zellen
mit je 3,6V. Diese Zellen sind parallel geschaltet. Dadurch
ergibt sich eine Ausgangsspannung von ebenfalls 3,6V. SONY gibt für
den Akku nicht die Kapazität in Ampere Stunden (Ah) an, sondern,
wie es wesentlich besser ist, die gespeicherte Energiemenge 4,1
Watt Stunden (Wh). Rechnet man diese Werte zum Vergleich in Ah um
so erhält man 1,139 Ah. Schaltet man drei NC-Akkus vom Typ
Mignon mit 0,7 Ah in Reihe, so kommt man auf die gleiche Spannung
von 3,6 V, aber nur auf 0,7 Ah und 2,52 Wh. Mit dieser
Energiemenge würde die F505 ca. 35 Minuten laufen. Also keine Lösung.
Ausserdem muss ja die Stamina Elektronik sowohl beim Laden als
auch beim entladen überlistet werden. Es kommen also ebenfalls
nur Lithium Ionen Akkus in Frage, da dann das Original SONY
Ladegerät verwendet werden kann.
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| Die Li-Ion Zellen im JVC-Akku sind von Panasonic. Sie haben eine Spannung von 3,6V und eine Ladungsmenge von ca. 5 Wh. An den grünen SONY-Zellen ist die Stamina - Elektronik angelötet. | ||
| Der SONY - Akku NP-FS11 (oben
bzw. grüne Zellen) hat eine Spannung von 3,6V und eine
Energiemenge von 4,1 Wh. Er kostet zur Zeit (Okt. 2001)
ca. 169.- DM. Ein viel zu hoher Preis für diesen kleinen
Energiespender wie ich finde. Der JVC Lithium Ionen Akku für die Stromversorgung einer Videokamera hat eine Spannung von 7,2V (Zellen in Reihe geschaltet) und eine Kapazität von 1,4 Ah. Dies entspricht einer Ladungsmenge von 10,08 Wh und würde für ca. 2,5 bis 3 Stunden Dauereinsatz mit der SONY F505 reichen. Er hat 90,- DM gekostet. Diesen Akku habe ebenfalls geöffnet und die beiden großen Zellen entnommen. |
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| Original SONY - Akku und Stamina Elektronik mit Mikrokontroller. Auf der linken Aufnahme sieht man neben den beiden Stomversorgungsbuchsen auch den hellen Blechstreifen, den dritten Anschluss für die Kommunikation zwischen Akku und Kamera bzw. Ladegerät. | ||
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| Aus dem original SONY-Akku NP-FS11 habe ich die Stamina-Elektronik und die beiden Akkuzellen ausgebaut. Das Gehäuse brauche ich als Anschlußadapter wie bei SONY Kameras im Netzbetrieb üblich. Anschliessend wollte ich das Gehäuse mit Tesafilm von Aussen zukleben. Leider war schon eine Lage zu dick und der Adapter passte nicht mehr in den Akkuschacht der Kamera. Also habe ich die beiden Gehäusehälften mit vier Tropfen Heisskleber an den Ecken verklebt. | ||
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Da es bei meinem Hobby auch auf ein
geringes Gewicht ankommt habe ich mich für den Anschluß
einer Einzelzelle entschieden. Mit dieser Zelle erreiche
ich nun eine Betriebsdauer von knapp zwei Stunden
Dauereinsatz und der teure Original SONY - Akku wird
geschont. Die Kombination aus Li-Ionen Akku und SONY
Stamina Elektronik lässt sich mit dem Original SONY
Ladegerät laden. Einmal vom Ladegerät getrennt, dürfen
Akku und Elektronik nicht mehr getrennt werden.
Andernfalls wird beim Verbinden der beiden Teile
wahrscheinlich der Mikroprozessor in der Stamina
Elektronik resettet und die Kamera schweigt. Oben im Bild die grünen Originalzellen von SONY. Nach dem Anlöten der Anschlussleitungen habe ich die Zelle eingeschrumpft. |
Einige Messwerte beim Betrieb des neuen Akkus mit dem SONY-Ladegerät und der DSC-F505.
Beschreibung der Versuche um hinter die Funktion und das Verhalten des SONY-Akkus zu kommen.
1. Versuch:
Da die Kamera keine Stromversorgungsbuchse besitzt, habe
ich mir einen Adapter, wie bei der Versorgung der Kamera mit dem
Netzteil, gebaut um an die Stromversorgungsanschlüsse der Kamera
im Akkuschacht heranzukommen. An diesen Adapter habe ich dann ein
Netzteil angeschlossen und 3,6 V eingestellt. Nach dem
Einschalten der Kamera zeigte diese das gewohnte blaue Startbild
auf dem Display. Nach wenigen Sekunden erschien jedoch der
Hinweis, das die Kamera nur mit SONY Infolihium-Akkus betrieben
werden kann. Nach dieser Meldung hat sich die Kamera wieder
abgeschaltet.
O.k. Die Kamera tauscht Daten über den Ladezustand und den
Stromverbrauch mit dem Akku über den dritten Anschluss aus,
bestimmt so die Restbetriebsdauer und zeigt Diese an. Das war mir
auch schon vorher bekannt. Das sie aber ohne diese Information
garnicht funktioniert, bzw. das die Entwickler bei SONY die
Nutzung anderer Stromversorgungen verhindert haben war mir neu.
2. Versuch:
Also muss ja auch das Netzteil diese Stamina-Information
an der dritten Leitung des Netzteiles neben Plus und Minus
liefern. Also wollte ich mir mal das Innenleben des Netzteils
ansehen. Leider nichts zu machen. Es sind keine Schrauben oder
Einrasthebel zum Öffnen des Gerätes vorhanden. Muss wohl
verklebt sein. Mit Gewalt wollte ich dann da doch nicht drangehen
und einen evtl. Verlust des Netzteiles in Kauf nehemen.
3. Versuch:
Einer meiner zur Zeit drei Akkus ist nur noch sehr
schwach und hält nur noch ca. 20 Minuten. Also habe ich den Akku
mit dem Cuttermesser geöffnet um an den Mikrocontroller der
Stamina-Technik im Akku heranzukommen. Die Platine sitzt vor Kopf
im Akkugehäuse und beinhaltet drei IC´s und einen Haufen
diskreter Bauteile. Die beiden Lithium Akkus sind natürlich
parallel geschaltet. Nachdem ich mir eine Skizze der Anschlüssen
gemacht habe, habe ich die beiden Anschlüsse der Lithiumzellen,
die Anschlüsse Plus und Minus und Stamina von der Platine abgelötet.
An die Zellenanschlüsse der Platine habe ich dann kurze
Leitungen angelötet, die Schaltung wieder mit dem
Kunststoffunterteil des Akkugehäuses verbunden und den so
geschaffenen Adapter, jedoch ohne die Lithiumzellen wieder
vorsichtig in den Akkuschacht der Kamera geschoben.
Aus dem Schacht der Kamera schauten nun die beiden Leitungen für
eine externe Stromversorgung mit dazwischengeschalteter Stamina-Elektronik
heraus. Nach dem Anschlus eines Netzteils oder anderer Akkus mit
3,6 Volt müsste die Kamera nun laufen. Ob die Stamina-Elektronik
die Laufzeit noch korrekt anzeigen kann war mir egal.
Nach dem Anlegen der Spannung wollte ich die Kamera einschalten.
Leider hat sie sich diesmal garnicht gemuckt. Nichts zu wollen,
die Kamera lies sich nicht einschalten.
4. Versuch:
Mein nächster Gedanke war, das die Stamina-Elektronik,
wenn sie einmal von den Akkus getrennt, also spannungslos war,
nicht mehr über den Ladezustand der Zellen informiert ist und
somit einfach den Dienst verweigert. Also habe ich den "Adapter",
mit den über Drähte angeschlossenen Lithium-Zellen, an das
Ladegerät angeschlossen. Die Ladekontrollampe leuchtete auf und
der Akku konnte geladen werden. Nach dem Einsetzzen des Adapters
in die Kamera lies sich diese einschalten und zeigte die
Restlaufzeit an.
5. Versuch:
Der Akku und die Stamina-Elektronik dürfen also nicht
getrennt werden, bzw die Stamina-Elektronik darf nicht
spannungslos werden. Also habe ich einen Kondensator mit einer
großen Kapazität, einen sogenannte Goldcup mit 0,22F parall
geschaltet und dann den Akku abgetrennt. Der Kondensator war in
der Lage die Stamina-Elektronik für ca. eine halbe Stunde mit
Strom zu versorgen. Natürlich darf die Kamera nicht
eingeschaltet werden, da dann der Kondensator in wenigen
Augenblicken leer ist. Nach dem erneuten Anschluss des Akkus
konnte die Kamera wieder eingeschaltet werden.
Dieser Teil wurde zugefügt am 12.02.2003
E-Mail von Markus, einem Leidensgenossen:
Hallo Manfred
Natürlich darfst du meinen Text auf deiner Website publizieren. Es geht ja
um Hilfe an "Leidensgenossen" und da ziehen wir alle am selben Strick!
Markus m756031@yahoo.com
Danke für deine wirklich tolle Umbauanleitung für den berüchtigten NP-FS11.
Habe die Modifikation soeben selbst durchgeführt. Die grösseren Zellen Sony
US18650GR entnahm ich jedoch einem defekten Compaq Notebook Battery Pack,
welches bei uns im QRL im Sondermüll-Kübel für Batterien lag. Von den total 8
Zellen waren nur 2 defekt, die übrigen 6 sind total lebendig. 2 davon hängte
ich parallel an die Logik der NP-FS11. Während dem Umbau ist die Logik stromlos
und verliert ihre Daten. Die Kamera läuft deshalb nach dem Umbau nicht an. Und
versucht man den Akku zu laden, so blinkt die orange LED im Sony-Ladegerät.
Fehlanzeige! Abhilfe ist ganz einfach: Den Akku über die beiden Kamerakontakte
am NP-FS11 Gehäuse vollständig entladen. Habe hier ein Akku-(Ent-)ladegerät,
wo ich den Entladestrom einstellen kann. Ich wählte 450mA, aber alles zwischen
100mA und 1A dürfte hinhauen. Geht auch mit einem Lastwiderstand. Dessen Grösse
bestimmt das Ohm'sche Gesetz. Es kann nichts schiefgehen, denn bei einer
gewissen Spannung unterbricht die Logik den Stromfluss automatisch. Jetzt
akzeptiert das SONY-Ladegerät den Akku, und nach einer Vollladung akzeptiert
ihn auch die Kamera. Ein Zeichen dafür, dass die Logik neue Messdaten geladen
hat während dieses Zyklus. Schreibe dir dies, weil du vielleicht kontaktierst
wirst von anderen, die diesen Umbau versuchen und das Ding nachher nicht zum
Laufen kriegen.
Hier zwei gute Links von Markus zum Thema (Anm. Manfred)
Kennst du diese Seite? http://www.bealecorner.com/trv900/lithium.html
Oder diese?
http://electronics.cnet.com/electronics/0-7618899-1318-1589247.html?pn=2&lb=0&ob=0&tag=st.ce.7618899.top.1589247-2
Gruss
Markus
Dieser Teil wurde zugefügt am 20.03.2004
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Eine weitere gute Quelle für
Li-Ion-Zellen sind die Akkupacks von Laptops. Den hier abgebildeten
8-er Block habe ich vorsichtig mit dem Cuttermesser geöffnet. Am
hinteren Bildrand sieht man die Akkuelektronik und Schutzbeschaltung.
Nachdem ich die Zellen mit einer Länge von 65 mm und einem
Durchmesser von 18 mm getrennt und einzeln geladen hatte, stellte sich
heraus das nur eine der Zellen nicht mehr in Ordnung war. Die
restlichen sieben hatten noch die volle Kapazität.
Im Vordergrund die violette Zelle mit 65mm Länge und 18 mm Durchmesser aus einem Camcorder Akku. Links sind die beiden grünen Originalzellen aus dem Sony Akku NP-FS11 mit je 42,5 mm Länge und 14 mm Durchmesser. |
Links zum Thema Microcontroller, zu anderen KAPern und mehr findet Ihr in meinem Surfers Guide.
Für Fragen Anregungen oder Erfahrungsaustausch stehe ich gerne zur Verfügung.
Über einen Eintrag in meinem Gästebuch würde ich mich sehr freuen.
Manfred
http://KAP-Man.de
Manfred