Mein KAP-Rig # 4 für die SONY Digitalkamera DSC-P5

Erstellt am: 09.05.2002
Stand: 13.12.2004
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  Da ich eine kleine, leichte und handliche Kamera für die Jackentasche haben wollte, ist meine neue Wahl auf die SONY P5 mit einem Gewicht von 187 Gramm ohne Akkus gefallen. Mit diesem geringen Gewicht und den kleinen Abmessungen ist es meiner Meinung nach eine ideale Kamera für die Luftbildfotografie. Meine "alte" SONY DSC 505 hatte ein sehr gutes 5-faches optisches Zoom. Leider war diese Kamera für den Einbau in ein KAP-Rig etwas unförmig und mit 475 Gramm auch etwas schwer. Also musste ein neues, leichtes und kleines Rig für die 3,2 Mega-Pixel Kamera gebaut werden.

Kleines, leichtes und handliches Rig für die
SONY P5, das auch für die Reise gut
geeignet ist.
Kamera: Canon EOS D30

   

Ausgangsmaterial:
Als Baumaterial für das neue Rig habe ich wieder verschiedene eloxierte Aluminiumprofile aus dem Heimwerkermarkt verwendet. Diese Profile sind gut zu bearbeiten, besitzen eine hohe Festigkeit, haben eine Wandstärke von 1,5 bis 2 mm und sind sehr leicht:


Aluminiumwinkel 40 mm x 20 mm x 2mm.
Aluminium Vierkantrohr 20 mm x 20 mm x 1,5 mm.
Alu U-Profil 13,5 mm x 10 mm x 1,5 mm.
Alu U-Profil 16,5 mm x 10 mm x 1,5 mm.

 
   

Abschnitte der verwendeten Aluminium
Winkel-, Rohr- und U-Profile.
Kamera: Canon EOS D30


Kamerarahmen:
Begonnen habe ich den Bau des neuen Rigs mit dem Kamerarahmen. Dieser Rahmen besteht aus Aluminiumwinkeln mit den Rohmassen 40 mm x 20 mm x 2 mm, die ich mit Senkkopfschrauben M2 verschraubt habe. Nach dem Zusammenbau des Rahmens und dem Einbau des Triggerservos habe ich diesen Rahmen so weit wie möglich entlastet um unnötiges Gewicht einzusparen. Trotzdem bietet der Rahmen einen gewissen Schutz für die Kamera, da er diese vollständig umgibt.

 

Im Rohzustand wog der Kamerarahmen mit
Servo und Stativschraube, so wie
hier abgebildet, ca. 125 g.

 

Nach der Bearbeitung zeigt die Waage ein Gewicht
von 52 g. Unnötige Teile wurden weggefräst.
Trotzdem ist der Rahmen ausreichend stabil.

Kamera: Canon EOS D30


Aussenrahmen:
Der Kamerarahmen hängt in einem weiteren, U-förmigen Aussenrahmen. Dieser Aussenrahmen trägt später die externe Stromversorgung für die Kamera und die Empfängeranlage, sowie den Empfänger, die Antenne und die Servos zum Drehen und Neigen der Kamera. Dieser Rahmen wurde aus einem Aluminium Vierkantrohr mit 20 mm x 20 mm sowie zwei Alu U-Profilen mit 13,5 mm x 10 mm und 16,5 x 10 mm angefertigt. Auch hier wurden zur Gewichtseinsparung grosse Teile entfernt. Auf der linken Seite befindet sich der Schalter für die Stromversorgung.
 
   

Der Aussenrahmen mit den beiden Servos zum
Drehen und Neigen. Links der Schalter für
die Stromversorgung.
Kamera: Canon EOS D30


Neigeservo:
An der rechten Seite des Aussenrahmens befindet sich das Neigeservo. Mit diesem Servo kann der Kamerarahmen geneigt werden. So sind Aufnahmen von der waagerechten -, mit Blickrichtung auf den Horizont, bis zur senkrechten Position der Kamera möglich. Auf der linken Seite des Aussenrahmens befindet sich ein Gegenlager aus einer Kunststoffschraube und einer Messingbüchse. Zur Positionierung des Gegenlagers und des Neigeservos muss der Kamerarahmen mit montierter Kamera sehr sorgfältig ausgewogen werden, damit eine leichte Betätigung durch das Neigeservo möglich ist.

 

Das Gegenlager des Kamerarahmens besteht
aus einer Messingbüchse und einer
Kunstatoffschraube mit Hutmutter.

 

Mit dem Neigeservo an der rechten Seite des
Aussenrahmens lässt sich die Blickrichtung der
Kamera in der vertikalen Richtung verstellen.

Kamera: Canon EOS D30


  Drehservo:
Ein handelsübliches Servo kann eine Drehbewegung von ca. 90 bis 100 Grad ausführen. Damit die Kamera um 360 Grad gedreht werden kann, muss ein Getriebe zwischengeschaltet werden. Auf dem Servo befindet sich dazu ein Zahnrad mit 48 Zähnen und an der Aufhängewelle ein Ritzel mit 12 Zähnen. Durch diese Übersetzung wird eine Drehbewegung von 360 Grad erreicht. Leider steigt auch die Drehzahl um den Faktor 4, so dass diese Bewegung am Sender sehr feinfühlig bedient werden muss. Da sich das grosse Zahnrad nur um 90 Grad dreht, ist der überflüssige Teil zur Gewichtseinsparung entfernt worden.

Wird nun das Drehservo betätigt, so dreht sich die Aufhängewelle um 360 Grad. Wenn das komplette Rig später an der Aufhängewelle hängt, dreht sich das gesamte Rig um diese Welle.

Drehservo mit Getriebe 4 : 1. Dadurch werden
360 Grad Drehwinkel erreicht. Die
Aufhängewelle ist in Messingbüchsen gelagert.
Kamera: Canon EOS D30

 

  Der Aufhängepunkt der Welle muss sehr sorgfältig ausgewogen werden, damit das Rig mit der Kamera nicht schräg hängt. Dazu habe ich alle erforderlichen Teile provisorisch mit Gummiringen am Aussenrahmen befestigt und den richtigen Aufhängepunkt mit einer Anreissnadel ermittelt.

Der Aufhängepunkt der Welle wird mit einer
Reissnadel ausgewogen.
Kamera: Canon EOS D30

   

Auslöseservo:
Das Auslöseservo betätigt mit seinem Servoarm direkt den Auslöser der Kamera. Zur Schonung der Auslösetaste der SONY P5 habe ich eine abgeschnittene 4mm Stabendkappe auf den Servoarm geklebt. Die ältere SONY DSC505 zeigte an der Stelle, an der das Servo den Auslöser niederdrückte, deutliche Abnutzungen.
 
   

Das Auslöseservo der Firma Multiplex
vom Typ MS-X2 wiegt nur 10 gr.
Kamera: Canon EOS D30


  Antenne:
Die Antenne eines Fernsteuerempfängers besteht aus einem Stück flexibeler Leitung. Da man aus einiger Entfernung die Blickrichtung der Kamera nicht mehr erkennen kann, habe ich am Rig einen Stab aus 2mm Kohlefaser befestigt. Dieser Stab zeigt immer nach hinten und trägt am Ende einen Tischtennisball. Der Antennendraht ist an diesem Stab befestigt. So kann ich auch aus einiger Entfernung die Blickrichtung der Kamera erkennen und der herunterhängende Antennedraht kann nicht vor das Objektiv der Kamera gelangen. Zum einfachen Transport des Rigs kann der Stab über eine 4 mm Steckvorrichtung entfernt werden.

Der Kohlefaserstab trägt die Antenne und als
Sichthilfe einen Tischtennisball. Zum Transport
kann die Antenne abgezogen werden.
Kamera: Canon EOS D30

   

Gemeinsame Stromversorgung für Kamera und Empfänger:
Um Gewicht einzusparen, vor allem jedoch um den teuren Li-Ion-Akku der SONY Kamera zu schonen, habe ich sowohl die Kamera als auch die Empfängeranlage aus einem gemeinsamen NiMh-Akku versorgt. Etwas problematisch war dabei der von SONY verwendete Stromversorgungsstecker. In einem gesonderten Artikel beschreibe ich hier die externe Stromversorgung der SONY P5 mit NiMh-Akkus.
 
   

Vier NiMh-Zellen mit 1500mAh versorgen die
Kamera und die Empfängeranlage.
Kamera: Canon EOS D30


Aufhängung an der Drachenschnur (Picavet):
Die Kamera, oder besser gesagt das KAP-Rig, muss an der Drachenleine befestigt werden. Dabei sind natürlich auch einige Dinge zu beachten. Die Kamera muss immer möglichst waagerecht hängen, damit der Horizont bei den Aufnahmen nicht schief ist. Die Kamera soll möglichst wenig schaukeln, damit die Aufnahmen nicht verwackeln. Wenn wir als Kinder Drachen steigen ließen, so haben wir oftmals das Ohr an die Drachenleine gahalten und gehört wie der Wind in der Leine singt. Dies sind Vibrationen der Leine, die natürlich auch zu einer Unschärfe der Aufnahmen führen können. Diese Überlegungen haben zu einer Aufhängung geführt, die mittlerweile von den meisten KAPern verwendet wird, dem sogenannten Picavet.


Gesamtgewicht:
Das komplette Rig#4 mit der SONY-P5 hat ein Gewicht von nur 462 Gramm und ist damit leichter als meine alte Kamera DSC-F505 mit 475 Gramm allein. Durch das geringere Gewicht kann das neue Rig auch mit kleineren Drachen oder bei weniger Wind geflogen werden.

Die Gewichte im einzelnen:

Kamera SONY DSC-P5 ohne Akku 187 gr
Akku, 4 Zellen NiMh 1500mAh mit dreipoliger Steckvorichtung

83

gr

Kamerarahmen mit Triggerserveo

52

gr

Aussenrahmen mit Dreh- und Neigeservo, Schalter, Getriebe und Aufhängung

118

gr

Empfänger und Antenne

22

gr


Rig im Einsatz:
Das fertige Rig#4 mit dem kleinen 16 Gramm Webra Empfänger im Einsatz auf der Schurenbachhalde in Essen. Durch das geringe Gesamtgewicht konnte ich mit diesem Rig den Windbereich deutlich nach unten erweitern. Bläst der Wind mal stärker, so kann ich einfach auf einen kleineren Drachen ausweichen. Auch auf Sylt hatte ich dieses Rig schon im Einsatz, jedoch noch mit der alten Fernsteuerung. Der Empfänger wog 65 gr. wodurch sich eine deutliche Schräglage ergab. Gut zu sehen ist der alte Empfänger in meinem Bericht über mein Picavet.

Rig#4 mit dem kleinen Webra Empfänger im Einsatz auf der Schurenbach Halde.
Kamera: Canon EOS D30


Links zu meiner SONY P5:
Kleine, leichte Aufhängevorrichtung für das KAP-Rig # 4, mein Picavet # 2
Externe Stromversorgung der SONY P5 mit NiMh-Akkus.
Aufhängevorrichtung für das KAP-Rig, das Picavet.

Links zu anderen KAPern und mehr findet Ihr in meinem Surfers Guide.

Für Fragen, Anregungen oder Erfahrungsaustausch stehe ich gerne zur Verfügung.

Über einen Eintrag in meinem Gästebuch würde ich mich sehr freuen.

Manfred
http://KAP-Man.de



Manfred