Bau meiner zweiten Flowform im Februar und März 2001
Teil 2: Zusammenbau
Teil 1: Vorbereiten der einzelnen Drachenteile
Erstellt am: 11.03.2001
Stand: 28.11.2004
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Zusammennähen der vorbereiteten Teile der
Unterdecke:
| Die Unterdecke wird nun zusammengenäht. Dabei sind
folgende Einzelteile zu verbinden: Linke und rechte Hälfte
der Unterdecke, Profile und Kiele. Hierbei ist es
wichtig, daß man sich über die einzelnen Nähschritte
im klaren ist. Schließlich sollen ja beim fertigen
Drachen alle Nähte innen liegen. Also habe ich mir zunächst
einmal einen Nähplan aufgezeichnet in dem ich die
einzelnen Stofflagen und die erforderlichen Nähte
skizziert habe. Wenn nur zwei Teile zusammenzunähen
waren, habe ich mir die Stoffteile nur am Anfang mit
Stecknadeln zusammengeheftet und dann Stück für Stück
zusammengenäht. Bei den gelben, hellen Teilen ist dies
ziemlich einfach, da man die angezeichneten
Nahthilfslinien durch mehrer Stofflagen hindurchscheinen
sieht. |
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In der Mitte der
Unterdecke treffen die folgenden vier Teile aufeinander:
Linke Hälfte der Unterdecke, mittlerer Kiel, rechte Hälfte
der Unterdecke und das mittlere Profil. Hier müssen also
vier Stoffteile genau übereinander Genäht werden. Damit
dies auch richtig passt und nicht verrutscht, lege ich
erst zwei Lagen übereinander und hefte sie mit einem Lötkolben
an der Nahtzugabe aneinander.
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Danach wird die nächste
Lage aufgelegt und ebenfalls heiß angeheftet. Zum Schluss
ebenfalls die vierte Lage. Danach fährt man mit einem
Lineal unter den Stoff und trennt so die gehefteten Lagen
von der Unterlage. Das Zusammennähen der vier Lagen
bereitet nun keine Schwierigkeiten mehr.
Alle Längsnähte habe ich mit einer zweiten, danebenliegenden Zick-Zack-Naht verstärkt.
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Anbringen der Ventilationsöffnungen:
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Nachdem ich die Unterdecke mit den
Kielen und den Profilen zusammengenäht hatte habe ich
die Ventilationsöffnungen abgebracht. Da man solch enge
Kreise nicht mit Spinnackernylon einfassen kann habe ich
die Öffnungen mit einem Lötkolben heiß ausgeschnitten.
Dadurch wird ein ausfransen des Stoffes vermieden. |
Hierbei ist es wichtig,
das man sich mehrmals davon überzeugt ob man wirklich
nur die eine Lage des Stoffes auf dem Tisch liegen hat,
in die man die Öffnung anbringen will. Also alle Kiele
und Profile zur den Seiten wegklappen und nochmals
kontrollieren.
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Nachdem ich die Öffnungen angebracht
habe, wurden sie von mir zum Schutz noch mit einer
geraden Naht im Abstand von einigen mm umgeben, damit
sich die Nähte der Applikationen nicht öffnen. |
Profilnachbildung mit Bändchen:
| Die drei inneren Profile verlaufen nicht
bis zur Hinterkante des Drachens, sondern enden weit
vorher. Damit sich der Drachen nun im hinteren Bereich
nicht formlos aufbläht, muss der Profilverlauf mit Hilfe
von Bändchen nachgebildet werden. Ich verwende dazu ca.
1 cm breite Satin-Bändchen. Diese Bändchen werden vor
dem Zusammennähen des Drachens an der Oberdecke im
weiteren Profilverlauf angenäht. Die Länge entspricht
dabei exakt dem Maß, welches das Profil an dieser Stelle
hätte. |
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Zusammennähen der Unter- und Oberdecke:
Nun geht es langsam auf die Fertigstellung des Drachens zu.
Die Unterdecke mit den Kielen und den Profilen ist bereits zusammengenäht. Nun erfolgt das Annähen der beiden Hälften
der Oberdecke an diese vorbereitete Unterdecke. Auch hier muß
wieder der Nähplan zu Rate gezogen
werden. Wichtig ist, das man sich Gedanken macht in welcher
Reihenfolge die Oberdecke angenäht werden muß. Macht man hier
Fehler, so kommt man entweder nicht mehr an die Nahtstellen
heran, oder der ganze Wust von Stoff, und das ist mittlerweile
nicht wenig, liegt nicht links auf dem Tisch, sondern unter dem
Arm der Nähmaschine und das gibt dann ein ziemliches gewurschtel.
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Die letzten Nähte sind jeweils die Außennähte
oben links und oben rechts. Damit diese Nähte beim
fertigen Drachen innen liegen, muss der gesamte Drachen
auf links gedreht werden. Dann näht man die beiden Teile
quasi innen zusammen und krämpelt danach den Drachen
wieder auf rechts. Auch hier habe ich alle Längsnähte
mit einer zweiten, danebenliegenden Zick-Zack-Naht verstärkt. |
Schließen der Hinterkante des Drachens und
anfertigen des "Jet chute":
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Nachdem die Ober- und Unterdecke
zusammengenäht sind, wird man feststellen, dass die
Hinterkanten der Ober- und Unterdecke nicht besonders
gerade und bündig übereinander liegen. Aus diesem
Grunde habe ich zuvor ja ca 6 cm Stoff zugegeben. Die
Hinterkanten habe ich nun mit Stecknadeln
zusammengeheftet und geradegeschnitten. Anschliessend
wurden die Kanten zweimal nach unten umgeschlagen und
zusammengenäht. |
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Die spezielle charakteristische Form
einer Flow-Form entsteht durch die hintere Öffnung, den
jet chuie. Harald Prinzler gibt dazu zwei Möglichkeiten
an. Entweder man schneidet einen Halbkreis aus, oder man
bildet die Öffnung durch einige gerade Schnitte. Ich
habe mich bei dieser Folwform für die zweite Variante
entschieden. Nachdem man die Ober- und Unterdecke
entsprechend ausgeschnitten hat, wird der Luftaustritt an
beiden Seiten wieder etwas zugenäht. |
Anbringen der Waageleinen:
| In die Spitzen der verstärkten Kiele
habe ich nun zweiteilige Ösen eingeschlagen und dort die
2 mm Waageleinen befestigt. Am anderen Ende habe ich eine
Stahlring eingeknotet, an dem die Drachenleine befestigt
werden kann. |
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Flugerfahrungen:
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Am 04.04.2001 war es soweit. Der Drachen
war fertig und ich wollte natürlich den ersten Probeflug
machen. Doch schon nach dem ersten Start stellte ich
fest, dass der Drachen überhaupt nicht flog. Er
schaukelte von links nach rechts. Die Bewegungen wurden
immer stärker und schliesslich schlug er Kusselköpper
und stürzte ab. Ich fertigte noch ein paar Fotos an,
packte meine Sachen zusammen und fuhr enttäuscht nach
Hause. Deutlich erkennt man die viel zu grosse Öffnung
an der Hinterkante des Drachen. Zu sehen sind auch die Bändchen.
die das Profil nachbilden.
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Ein Hilferuf per e-Mail an Harald Prinzler wurde schnell
beantwortet und brachte den gewünschten Erfolg. Ich hatte die Öffnung
des Jet chute viel zu gross gelassen. Harald empfahl mir die Öffnung
auf dem Flugfeld mit ein paar Nadeln zusammenzustecken und so die
optimale Größe experimentell zu ermitteln. Schon nach dem
ersten Start mit deutlich verkleinerter Öffnung war zu erkennen,
dass der Drachen wesentlich ruhiger, leider jedoch noch etwas schräg
flog.
| Einige Experimente an den Waageschnüren
brachten keinen Erfolg. Also habe ich es wieder an der
Jet chute versucht. Wenn man dort solch einen grossen
Einfluss auf die Flugeigenschaften des Drachens hat,
warum nicht auch auf die Schräglage? Also habe ich die
Öffnung nun mit den Stecknadeln asymmetrisch verändert.
Dadurch konnte ich die Schräglage ausgleichen und der
Drachen fliegt nun wie ich es mir vorgestellt habe. Die
nun wesentlich kleinere, asymmetrische Öffnung an
Hinterkante sorgt für einen stabilen und geraden Flug.
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Zum Start lege ich einige Meter der 2mm starken Flugleine aus
und befestige sie an einem Bodenanker. Nachdem ich den Drachen an
der Flugleine befestigt habe stelle ich mich dahinter und öffne
die Zellen, so dass sich die Flow-Form mit Luft füllen kann und
ihre Form annimmt. Anschliessend startet der Drachen fast von
allein. Er fliegt ruhig und sicher, so dass ich ihn, wie geplant
auch als KAP-Drachen verwenden kann. Die Zugkraft ist so
bemessen, das ich diese Grösse bei Windgeschwindigkeiten von ca.
3 - 5 m/s einsetzen kann. Darüber hinaus kommt meine erste Flow-Form
mit ca. 1,7 m² zum Einsatz.
Die neue FF#2 kam während des Osterurlaubes
2001 auf der Insel Hiddensee zum ersten mal richtig zum
Einsatz und hat sich bestens bewährt.
Teil 1: Vorbereiten der einzelnen Drachenteile
Mein Dank geht an dieser Stelle an Harald
Prinzler, der den Plan für diese Flow-Form entwickelt hat
und mir mit etlichen Mails während des Baues immer
weitergeholfen hat. Vielen Dank Harald.
Manfred
Links zu anderen KAPern und mehr findet Ihr in meinem Surfers Guide.
Für Fragen, Anregungen oder Erfahrungsaustausch stehe ich
gerne zur Verfügung.
Über einen Eintrag in meinem Gästebuch
würde ich mich sehr freuen.
Manfred
http://KAP-Man.de
Manfred